Abstract

Erster Beitrag einer Reihe zur laserbasierten Zugversuchsmethode. Peer-reviewed in Forests 2026, 17(5), 528 — Open Access.

Der klassische Zugversuch bleibt die einzige Methode, mit der sich sowohl die Stand-, als auch die Bruchsicherheit von Bäumen abschätzen lassen. Kraft, Stammfußneigung, Dehnung — daraus entstehen Sicherheitsfaktoren gegen Kippen und Bruch.

In der Praxis stoßen die üblichen Sensoren aber an Grenzen:

  • Große, steife Bäume brauchen hohe Prüflasten, bevor Inklinometer und Elastometer brauchbare Signale liefern.
  • Stehendes Totholz (Ökotorsi) darf man nur vorsichtig belasten; bei kleinen Lasten leidet das Signal-Rausch-Verhältnis — und die Extrapolation wird unsicher.
  • Beschleunigungsbedingte Störungen verfälschen Neigungsmessungen besonders bei Wind und höher am Stamm.

Genau dort setzt die laserbasierte Methode an: Emitter am Stamm projizieren Punkte auf eine halbtransparente Leinwand; eine Kamera zeichnet die Bewegung auf. Daraus folgen Neigung, Biegung und laterale Bewegung — berührungslos, hochauflösend, mit deutlich weniger Streuung in der Kraft–Neigungs-Beziehung.

Kurz: Wir lösen den Anfang der Last-Antwort-Kurve sauberer auf. Das ist die Voraussetzung, um aus kleineren Reaktionen zuverlässiger zu extrapolieren — und Zugversuche auf große Bäume und kritische Snags auszuweiten.

In den Folgebeiträgen: Aufbau, Validierung, Biegen vs. Kippen, LiDAR und Grenzen.

Weiterlesen: Rust et al., Forests 2026, 17, 528. https://doi.org/10.3390/f17050528